Luxemburg-Platz


Gerechter wächst Gras und alle Stühle an ihrem Platz sind verrückbar,
      die guten.
Hörbar ist Essen und Trinken, auserwählt sind die Mägen nach außen
      gestülpt.
Aufgereiht vor den Maschinen die Buchstaben stehen, Geiseln
      vor den Gewehren.
So endet, was aufhört von vorn, nicht aufhören kann

Gleichheit gibt’s nicht. Niemand ist gleich, eh er tot ist. Und
      auch dann nicht,
ohne Vaterland, unter Wasser zerfallen in seine Bestandteile.
Deshalb die Liebe zu Pflanzen und die Liebe zum Leben -
      aller Kreatur,
wie man so sagt: bei Verstand. Schmerz, der im Kopf dann
      zerbricht, in seine Bestandteile

Das Innere der Erde hin und her gefahren, hier von einer Stelle bewegt
zur anderen. Rastlos ist das Berechenbare: Kauf, Verkauf
      und Vermietung,
Fälschen der Bilanzen, das Sichere, das Nehmen, was
      zu kriegen ist,
weg, wie immer mit Gewalt. Der stärksten der Parteien

Mit aller Gewalt hoffen, gut zureden, recht tun,
      das Rechte im Innern der Maschine,
riskieren Hand und Fuß und Kopf und Kragen, den Eingriff

Mehr war nicht drin.
In Sichtweite ein erträgliches Leben, wie unter Wasser

Denkbar ist das Ende des Hungers nach Essen und Zeit, nach Arbeit.
Der Schmerz ein Ende findet. Nicht? Aber wo und womit
      und ersetzt wodurch?
Das Beruhen der Welt buchstabieren Müdigkeit und Namen

Weiter nur Husten und Mauern. So ist es. Was tun?

Nichts war versprochen

1995


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